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Erstaunlicherweise stellt das Thema Ernährung auf lokaler Ebene und in der Stadtplanung bislang nur eine untergeordnete Rolle dar, da die Nahrungsmittelproduktion im Laufe der Industrialisierung ausgelagert wurde. Das heutige, konventionelle Ernährungssystem hat erheblichen Einfluss auf den Klimawandel und die Urbanisierung nimmt weiter zu. Insbesondere auf lokaler Ebene müssen sich kommunale Verwaltungen zunehmend mit der Frage auseinandersetzen, wie der Nahrungsmittelbedarf aller Bewohner:innen zukünftig erfüllt werden kann. Nischenbewegungen wie Ernährungsräte fordern daher beispielsweise eine Ernährungssouveränität mindestens auf kommunaler Ebene, um zielgerichtete Positionen und Forderungen in Richtung einer sozial-ökologischen Transformation umsetzen zu können. Damit Ernährungsräte wirksam agieren können, benötigen sie Unterstützung auf politischer Ebene. Eine stärkere Beteiligung an der städtischen Politik zusammen mit anderen Akteur:innen aus der Zivilgesellschaft ist eine Grundvoraussetzung. Am Beispiel des Ernährungsrats Leipzig wurde im Rahmen einer Masterarbeit untersucht, wie eine solidarische Ernährungspolitik gestaltet und Handlungsdruck auf die Kommunen ausgeübt werden kann.  (Katrin Hünsche)

„Auf dem Weg zur Enährungswende in Leipzig. Handlungsmöglichkeiten für Ernährungssouveränität auf lokaler Ebene“ in: Die Planerin 06/2021, S. 20-22